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<title>The Yes Men</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">The Yes Men</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>The Yes Men</b> sind eine <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">amerikanische</a> <a href="Netzkunst" title="Netzkunst">Netzkunst</a>- und <a href="Aktivismus" title="Aktivismus">Aktivistengruppe</a>, die <a href="Kommunikationsguerilla" title="Kommunikationsguerilla">Kommunikationsguerilla</a> betreibt und mit einer Fälschung der Website der <a href="Welthandelsorganisation" title="Welthandelsorganisation">WTO</a> bekannt wurde. Mitglieder der Gruppe geben sich als Repräsentanten internationaler <a href="Konzern" title="Konzern">Konzerne</a> oder <a href="Institution" title="Institution">Institutionen</a> aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele (<a href="%C3%9Cberidentifikation" title="Überidentifikation">Überidentifikation</a>). Sie selbst bezeichnen dies als „Identitätskorrektur“ („identity correction“).
</p><p>Die zwei führenden Mitglieder der Gruppe sind unter einer Reihe von <a href="Pseudonym" title="Pseudonym">Pseudonymen</a> bekannt, zuletzt als „Andy Bichlbaum“ und „Mike Bonanno“. Ihre bürgerlichen Namen lauten Jacques Servin und Igor Vamos. Servin ist ein <a href="Science-Fiction" title="Science-Fiction">Science-Fiction</a>-Autor, Vamos arbeitet als Assistenzprofessor am <a href="Rensselaer_Polytechnic_Institute" title="Rensselaer Polytechnic Institute">Rensselaer Polytechnic Institute</a> in <a href="Troy_(New_York)" title="Troy (New York)">Troy</a> im <a href="New_York_(Bundesstaat)" title="New York (Bundesstaat)">Bundesstaat New York</a>. Für sie gelten sieben goldene Regeln des politischen Aktivismus. Die wichtige ist: Eine gute Geschichte ist der Kern einer guten Kampagne.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei ihrer ersten Aktion in den 1990er Jahren tauschten sie die Elektronik von <a href="Barbie" title="Barbie">Barbie</a>- und <a href="G.I._Joe_(Action-Figur)" title="G.I. Joe (Action-Figur)">GI-Joe</a>-Sprachpuppen gegeneinander aus und stellten sie zurück in die Geschäfte. Sie veröffentlichten dann eine Erklärung im Namen der „Barbie-Befreiungsorganisation“.
</p><p>Die Gruppe gibt an, sie werde von <a href="Herb_Alpert" title="Herb Alpert">Herb Alpert</a> finanziert. Dennoch stellt die Finanzmittelbeschaffung eine Schwierigkeit dar; um Spenden einzuwerben, haben die Yes Men ihren Kinofilm zum kostenlosen Download bereitgestellt, verbunden mit der Bitte, Geld zu spenden.<sup id="cite_ref-Spendenaufruf_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Spendenaufruf-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="WTO">WTO</h2></div>
<p>1999 sicherten sich die Yes Men die Domain <i>gatt.org</i> (<a href="General_Agreement_on_Tariffs_and_Trade" class="mw-redirect" title="General Agreement on Tariffs and Trade">General Agreement on Tariffs and Trade</a>) und stellten eine gefälschte Site der <a href="Welthandelsorganisation" title="Welthandelsorganisation">Welthandelsorganisation</a> (WTO) ins Netz.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> An die Adresse ihrer gefälschten WTO-Site bekamen sie trotz der vollkommen überzogenen angeblichen Forderungen der WTO auf der Site immer wieder E-Mails und Einladungen realer Organisationen. Dies nutzen sie dann für Auftritte auf diversen Konferenzen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Salzburg">Salzburg</h3></div>
<p>Im Mai 2000 wurde über die Site der Yes Men der WTO-Generalvorsitzende <a href="Mike_Moore_(Politiker)" title="Mike Moore (Politiker)">Mike Moore</a> zu einer Konferenz über internationale Handelsgesetze eingeladen. Im Namen von Moore lehnten die Yes Men die Einladung ab, sie schickten stattdessen einen gewissen „<i>Dr. Andreas Bichlbauer</i>“.
</p><p>„Dr. Bichlbauer“ hielt einen Vortrag über den freien Handel und darüber, dass Hindernisse, die ihn behinderten, abgebaut werden müssten. Unter anderem sollte der freie Markt einer Demokratie das Handeln mit Wählerstimmen über Websites wie „voteauction.com“ ermöglichen. Auf diesen Vorschlag erhielten die Yes Men jedoch keinerlei kritische Reaktionen von den Besuchern der Konferenz – selbst als „Dr. Bichlbauer“ <a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Hitlers</a> Wirtschaftspolitik lobte, blieben Reaktionen aus. Nach dem Vortrag interviewte ein Mitglied der Yes Men die Teilnehmer der Konferenz über die Ausführungen von „Dr. Bichlbauer“, doch wollte auch hier niemand etwas Ungewöhnliches an dem Vortrag bemerkt haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="CNBC">CNBC</h3></div>
<p>2001 wurden die Yes Men zu einer Fernsehkonferenz des Senders <a href="CNBC" title="CNBC">CNBC</a> eingeladen – live sollten sie in einer Videokonferenz mit Globalisierungskritikern (u. a. <a href="Barry_Coates" title="Barry Coates">Barry Coates</a> als Vertreter des „World Development Movement“) die Position der WTO darlegen. Der Vertreter der Yes Men trat hier unter dem Alias „<i>Granwyth Hulatberi</i>“ auf. Hulatberi hielt sich nicht zurück und verkündete, dass Coates’ Kinder, wenn sie von privatisierter Bildung profitieren würden, verstünden, wie der freie Markt funktioniert und dass sie dann Denker wie <a href="Charles_Darwin" title="Charles Darwin">Charles Darwin</a> und <a href="Milton_Friedman" title="Milton Friedman">Milton Friedman</a> anstatt <a href="Maximilien_de_Robespierre" title="Maximilien de Robespierre">Robespierre</a> und <a href="Abbie_Hoffman" title="Abbie Hoffman">Abbie Hoffman</a> bevorzugen würden. Ein freier Handel sei immer der richtige Weg; so sollte es auch einen Handel für Menschenrechtsverletzungen in Form von „Gerechtigkeitsgutscheinen“ („<i>Justice Vouchers</i>“) geben. Die Reichen hätten automatisch Recht, da sie Macht besäßen und die Armen eben nicht. Barry Coates war offensichtlich mehrfach kurz davor, die Fassung zu verlieren.
</p><p>Einige Tage nach der Sendung erhielten die Yes Men ein Dankschreiben des Senders.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tampere">Tampere</h3></div>
<p>2001 wurden die Yes Men zur Konferenz „<i>Towards the Globalization of Textile Trade</i>“ nach <a href="Tampere" title="Tampere">Tampere</a> (<a href="Finnland" title="Finnland">Finnland</a>) eingeladen. Da die bisherigen Vorträge und Auftritte kaum kritische Reaktionen bei den Konferenzgästen hervorgerufen hatten, entschloss sich die Gruppe, ein wenig drastischer zu Werke zu gehen.
</p><p>Einige Zitate aus dem Vortrag:
</p>
<ul><li>„<i>Einige der Verteidiger des (amerikanischen) Bürgerkrieges sagen, dass der Krieg, bei all seinen Fehlern, zumindest zum Verbot der unfreiwillig importierten Arbeitskräfte geführt habe. Nun ist ein solches Geschäftsmodell natürlich eine schreckliche Sache. Ich bin selber ein <a href="Abolitionist" class="mw-redirect" title="Abolitionist">Abolitionist</a>. Aber de facto gibt es keinerlei Zweifel daran, dass die Kräfte des Marktes die Sklaverei im Laufe der Zeit durch eine „sauberere“ Quelle an Arbeitskräften ersetzt hätten. Wenn die unfreiwillige Importierung von Arbeitskräften nicht verboten worden wäre, was glauben Sie, würde heute ein Sklave kosten?</i>“</li>
<li>„<i>Lassen wir den Sklaven doch einfach in seiner Heimat, sagen wir <a href="Gabun" title="Gabun">Gabun</a>. In Gabun kann man ihn für 10 <a href="US-Dollar" title="US-Dollar">$</a> für zwei Wochen mit Lebensmitteln versorgen, nicht nur für einen Tag. 250 $ reichen für ein Jahr Unterkunft, nicht nur für einen Monat, 50 $ reichen für eine lebenslange Versorgung mit Kleidung! Gesundheitsvorsorge ist ebenfalls sehr viel günstiger. Zusätzlich können Jugendliche ohne schwere Auflagen eingestellt werden.</i>“</li>
<li>„<i>Der größte Vorteil des Systems „Ausgelagerte Arbeitskräfte“ ist jedoch, dass der Sklave nicht unfrei sein muss! Dies beruht hauptsächlich auf dem Wegfall der einmaligen Transportkosten, die so nicht mehr wieder hereinbekommen werden müssen. Die potenziellen Verluste bei einer Flucht beschränken sich auf das rudimentäre Training des Sklaven. Dadurch, dass der Sklave frei sein kann, wird er oder sie plötzlich zum Arbeiter und nicht mehr zum Sklaven! Ein weiterer wichtiger Punkt für die Moral der Sklaven – Arbeiter! – ist es, dass sie in ihrem angestammten Lebensraum verbleiben können und nicht umgesiedelt werden müssen, wo sie unter Heimweh und Rassismus leiden würden.</i>“</li></ul>
<p>Die Ausführungen über Sklaverei und freie Marktwirtschaft dienten den Yes Men dazu, ein Plädoyer für die totale Überwachung von Arbeitskräften durch Manager zu halten. Die WTO sei der Meinung, dass die Effizienz der Produktion durch die Kontrolle des Arbeiters während der Arbeit und auch in seiner Freizeitgestaltung gesteigert werden könne.
</p><p>In der Folge riss Mike Andy seinen Business-Anzug vom Leib. Darunter befindet sich ein golden schimmernder Trikotanzug, in dem ein überdimensionierter Phallus integriert ist. An der Spitze des Phallus befindet sich ein Eingabefeld, über das der Manager direkt mit dem Arbeiter kommuniziert. Praktisch sieht dies so aus, dass Mikrochips im Körper des Arbeiters implantiert werden, die elektromagnetische Signale in den Hintern des Managers senden.
</p><p>Zu dem Vortrag erhielten die Yes Men wiederum nur Applaus und niemand schien irgendein Problem mit den Inhalten des Vortrags gehabt zu haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Plattsburgh">Plattsburgh</h3></div>
<p>2002 wurden die Yes Men von <a href="Richard_Robbins" title="Richard Robbins">Richard Robbins</a> an die <a href="State_University_of_New_York" title="State University of New York">State University of New York</a> in <a href="Plattsburgh_(City%2C_New_York)" title="Plattsburgh (City, New York)">Plattsburgh</a> eingeladen, um dort einen Vortrag vor Studenten zu halten. Der Vortrag stand unter der einleitenden Frage: „Warum ist Verhungern ein Problem?“ Die Yes Men erklärten in aller Offenheit, dass die Politik der WTO, ähnlich der Politik <a href="England" title="England">Englands</a> vor der <a href="Gro%C3%9Fe_Hungersnot_in_Irland" title="Große Hungersnot in Irland">Großen Hungersnot in Irland</a>, zu Hungersnöten führt. Ihre Lösungen folgten aber der Logik des freien Marktes. Sie schlugen ein System zum <a href="Recycling" title="Recycling">Recycling</a> gegessener Nahrung vor. Die Lebensspanne eines Hamburgers könne so um das Zehnfache verlängert werden. Eine Grafik machte deutlich, dass das System in der Tat darauf hinauslaufen würde, dass die <a href="Dritte_Welt" title="Dritte Welt">Dritte Welt</a> den recycelten Kot, der in der ersten Welt anfällt, essen würde.
</p><p>Bei diesem Vortrag erhielten die Yes Men erstmals eine negative Reaktion, allerdings waren die <a href="Student" title="Student">Studenten</a> schon von Beginn an negativ der WTO gegenüber eingestellt und die Yes Men wurden bereits vor dem Vortrag ausgebuht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sydney">Sydney</h3></div>
<p>Auf einer Konferenz der Certified Practicing Accountants Association of Australia in <a href="Sydney" title="Sydney">Sydney</a> verkündete der vermeintliche WTO-Mitarbeiter <i>Kinnithrung Sprat</i>, dass die WTO im Lichte all ihrer Misserfolge beschlossen habe, sich aufzulösen und neu zu gründen als Organisation, die dann nicht mehr für Großkonzerne, sondern für die Armen und Schwachen arbeiten wolle.
</p><p>Auf diesen Vortrag erhielten die Yes Men durchweg positive Resonanz, einige Konferenzteilnehmer traten nach dem Vortrag an „Herrn Sprat“ heran und gaben diesem Tipps, wie die neue Organisation ihrer Meinung nach sicherstellen könne, wirklich für die Armen zu arbeiten.
</p><p>Auch auf eine Pressemitteilung der Yes Men (im Namen der WTO) erhielten diese Hunderte von begeisterten E-Mails.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wahlkampf">Wahlkampf</h2></div>
<p>2004 gingen die Yes Men als „<i>Yes, Bush Can!</i>“ (<i>Ja, Bush kann!</i>) auf Tour und ermutigten die Unterstützer, ein „<i>Patriotisches Gelöbnis</i>“ zu unterzeichnen, indem sie ihre Bereitschaft erklärten, nukleare Abfälle in ihrem Garten zu lagern und ihre Kinder in den Krieg zu schicken. Sie traten ebenfalls auf dem <a href="Republikanischer_Parteitag_2004" class="mw-redirect" title="Republikanischer Parteitag 2004">Republikanischen Parteitag</a> auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Dow_Chemical">Dow Chemical</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bhopal">Bhopal</h3></div><p>
Am 3. Dezember 2004, dem 20. Jahrestag der <a href="Katastrophe_von_Bhopal" title="Katastrophe von Bhopal">Katastrophe von Bhopal</a>, trat Yes Man Andy Bichlbaum auf <a href="BBC_World" class="mw-redirect" title="BBC World">BBC World</a> als <a href="Dow_Chemical" title="Dow Chemical">Dow-Chemical</a>-Sprecher „Jude Finisterra“ auf. Dow Chemical ist der Eigentümer von <a href="Union_Carbide" title="Union Carbide">Union Carbide</a>, dem Verantwortlichen für das Unglück, bei dem Tausende ihr Leben verloren und die Überlebenden oft schwere Folgeschäden davontrugen. An diesem Jahrestag meldete die <a href="BBC" class="mw-redirect" title="BBC">BBC</a>, dass sich das Unternehmen Dow Chemical, seit ein paar Jahren der neue Eigentümer der Union Carbide, zu seiner Pflicht bekennen wolle und zwölf Milliarden US-Dollar an die Familien der mehr als 3.000 Toten und 120.000 Verletzten von Bhopal auszahlen werde: </p><div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Ich bin sehr glücklich, dass ich heute mitteilen kann, dass Dow erstmals die volle Verantwortung für die Katastrophe in Bhopal übernimmt. […] Wir haben beschlossen, Union Carbide zu liquidieren, diesen Albtraum für die Welt, der Dow Kopfschmerzen bereitet.“
</p>
</blockquote>
</div></div><p> Kurz darauf dementierte die BBC ihre Meldung – und der im BBC-Live-Interview zu Wort kommende „Jude Finisterra“ stellte sich als Yes Man heraus. In der Zwischenzeit war jedoch der Wert von Dow Chemical an der Börse um circa zwei Milliarden Dollar gesunken.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Acceptable_Risk_Calculator">Acceptable Risk Calculator</h3></div>
<p>Die Yes Men stellten als vermeintliche Dow-Repräsentanten 2005 auch einen <i>Acceptable Risk Calculator</i> vor,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ein Computerprogramm, das angeblich vom Dow-Konzern entwickelt worden sei, um <a href="Unternehmensstandort" title="Unternehmensstandort">Standorte</a> für Unternehmen zu finden, an denen die Bevölkerung ein hohes Unfallrisiko zu tragen bereit ist. Dafür ernteten sie von 70 zur Konferenz eingeladenen Bankern Applaus. Die Banker posierten hinterher sogar noch für Fotos mit dem (angeblichen) Dow-<a href="Maskottchen" title="Maskottchen">Maskottchen</a> <i>Gilda, the Golden Skeleton</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Halliburton">Halliburton</h2></div>
<p>Am 9. Mai 2006 traten die Yes Men als <a href="Halliburton" title="Halliburton">Halliburton</a>-Repräsentanten auf der Konferenz „Catastrophic Loss“ in Erscheinung, einer in Florida abgehaltenen Tagung, die die <a href="Folgen_der_globalen_Erw%C3%A4rmung" title="Folgen der globalen Erwärmung">Auswirkung der globalen Erwärmung</a> zum Thema hatte.
Die Yes Men stellten hier einen „SurvivaBall“ vor. Dieser sollte <a href="Manager_(Wirtschaft)" title="Manager (Wirtschaft)">Manager</a> vor Stürmen, Erderwärmung, Flutwellen etc. schützen. Der SurvivaBall sieht aus wie ein überdimensionierter Plastikball mit 6 Armen, zwei Kopfhöreröffnungen und einer Öffnung für das Gesicht des zu rettenden Managers. Die Zuhörer waren von der Idee des SurvivaBalls sichtlich angetan. Es kam sogar zu einer Anfrage, inwiefern der SurvivaBall auch vor <a href="Terrorismus" title="Terrorismus">Terrorismus</a> schützen würde. Auch eine gefälschte Homepage von Halliburton wurde online gestellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Exxon_Mobil">Exxon Mobil</h2></div>
<p>Im Sommer 2007 stellten die Yes Men als Vertreter von <a href="ExxonMobil" title="ExxonMobil">ExxonMobil</a> auf der Gas- und Öl-Messe GO-Expo ein Produkt namens <i>vivoleum</i> vor. Zur Herstellung von <i>vivoleum</i> würden die tödlichen Nebenwirkungen der Ölwirtschaft genutzt werden, um aus Leichen Öl zu produzieren. Während ihrer Präsentation verteilten sie Kerzen aus <i>vivoleum</i>.
</p><p>Zitat der Yes Men bei der Präsentation: „Durch mehr fossile Energie wird die Wahrscheinlichkeit von Katastrophen größer, aber das bedeutet mehr Rohstoff für vivoleum. Öl wird weiterhin für uns, die Übriggebliebenen, fließen.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Yes Men wurden noch während ihres Auftrittes auf der GO-Expo enttarnt und abgeführt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="New_York_Times">New York Times</h2></div>
<p>Am 12. November 2008 verteilten die Yes Men eine gefälschte Ausgabe der <i><a href="New_York_Times" class="mw-redirect" title="New York Times">New York Times</a></i>, datiert auf den <a href="Unabh%C3%A4ngigkeitstag_(Vereinigte_Staaten)" title="Unabhängigkeitstag (Vereinigte Staaten)">4. Juli</a> 2009. In dieser Ausgabe zeichneten sie das Bild einer besseren Welt, in welcher der <a href="Irakkrieg" title="Irakkrieg">Irakkrieg</a> beendet ist, <a href="George_W._Bush" title="George W. Bush">George W. Bush</a> wegen <a href="Hochverrat" title="Hochverrat">Hochverrats</a> angeklagt wird und sich <a href="Condoleezza_Rice" title="Condoleezza Rice">Condoleezza Rice</a> öffentlich für ihre Lügen über den Irakkrieg entschuldigt hat.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach eigenen Angaben wurden dabei über 1,2 Millionen Ausgaben gedruckt und unter die Leute gebracht. Zu dem Projekt existiert eine Website, die Ausgabe ist auch zum freien Herunterladen verfügbar.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="US-Handelskammer_und_Klimawandel">US-Handelskammer und Klimawandel</h2></div>
<p>Am 19. Oktober 2009 verkündete Yes Men Andy Bichlbaum auf einer satirischen Pressekonferenz, dass die Handelskammer angeblich ihre ablehnende Haltung gegen die im US-Kongress diskutierte US-Klimagesetzgebung aufgeben wolle.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Woche später erstattete die US-Handelskammer Anzeige.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Adidas">Adidas</h2></div>
<p>Im Rahmen der <a href="Berlin_Fashion_Week" title="Berlin Fashion Week">Berlin Fashion Week</a> verschickten die Yes Men am 16. Januar 2023 eine nachgemachte <a href="Pressemeldung" class="mw-redirect" title="Pressemeldung">Pressemeldung</a>: Sie gaben sich als <a href="Adidas" title="Adidas">Adidas</a> aus und kündigten eine umfassende Initiative für <a href="Soziale_Verantwortung" class="mw-redirect" title="Soziale Verantwortung">soziale Verantwortung</a> an. Es sollten unter anderem Löhne und Abfindungen für Arbeitskräfte in <a href="Kambodscha" title="Kambodscha">Kambodscha</a> gezahlt werden und die ehemalige Textilarbeiterin Vay Ya Nak Phoan Co-CEO neben <a href="Bj%C3%B8rn_Gulden" title="Bjørn Gulden">Bjørn Gulden</a> werden. Außerdem wurde eine von <a href="Pharrell_Williams" title="Pharrell Williams">Pharrell Williams</a>, <a href="Bad_Bunny" title="Bad Bunny">Bad Bunny</a> und Philllllthy kuratierte <a href="Upcycling" title="Upcycling">Upcycling</a>-<a href="Kollektion" title="Kollektion">Kollektion</a> angekündigt, die aus Materialien bestehen sollte, die Arbeitende in Kambodscha in den sechs Monaten getragen hätten, in denen sie während der <a href="COVID-19-Pandemie" title="COVID-19-Pandemie">COVID-19-Pandemie</a> keinen Lohn bekommen hätten. Die Meldung, die den Ton der Marketingabteilung parodierte, wurde von einigen <a href="Nachrichtenportal" title="Nachrichtenportal">Nachrichtenportalen</a> übernommen und gegen Mittag von Adidas dementiert. In einem Berliner Geschäft fand am Abend die <a href="Modeschau" class="mw-redirect" title="Modeschau">Modeschau</a> mit Mike Bonanno und der <a href="Kampagne_f%C3%BCr_saubere_Kleidung" class="mw-redirect" title="Kampagne für saubere Kleidung">Kampagne für saubere Kleidung</a> statt. Dabei berichtete eine Schauspielerin als Vay Ya Nak Phoan (‚Bekleidungsarbeiter‘ auf <a href="Khmer_(Sprache)" title="Khmer (Sprache)">Khmer</a><sup id="cite_ref-:2_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-:2-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) von ihren Erfahrungen in der Textilindustrie, die Models traten in zerfetzten Kostümen auf, stolperten über den Laufsteg und verteilten Gutscheine für bezahlte Löhne.<sup id="cite_ref-:0_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-:1_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-:1-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Hintergrund waren echte Arbeitskämpfe in Kambodscha und <a href="Myanmar" title="Myanmar">Myanmar</a> im Sommer 2022 bei Zulieferbetrieben von Adidas, bei der nach Gewerkschaftsangaben keine Löhne gezahlt worden waren.<sup id="cite_ref-:2_10-1" class="reference"><a href="#cite_note-:2-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-:1_12-1" class="reference"><a href="#cite_note-:1-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Igor Vamos von den Yes Men sagte im <a href="The_Guardian" title="The Guardian">Guardian</a>, dass er Adidas für Meister im <a href="Greenwashing" title="Greenwashing">Greenwashing</a> und Überspielen von Skandalen halte.<sup id="cite_ref-:0_11-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Kampagne forderte Adidas auf, das Pay-Your-Workers-Abkommen zu unterzeichnen.<sup id="cite_ref-:2_10-2" class="reference"><a href="#cite_note-:2-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Kommunikationsguerilla" title="Kommunikationsguerilla">Kommunikationsguerilla</a></li>
<li><a href="Fake" title="Fake">Fake</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Martin Doll: <cite style="font-style:italic">Widerstand im Gewand des Hyper-Konformismus. Die Fake-Strategien von ›The Yes Men‹</cite>. In: Andreas Becker u. a. (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Mimikry. Gefährlicher Luxus zwischen Natur und Kultur</cite>. Schliengen 2008, ISBN 3-931264-74-2, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>245–258</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:The+Yes+Men&rft.atitle=Widerstand+im+Gewand+des+Hyper-Konformismus.+Die+Fake-Strategien+von+%E2%80%BAThe+Yes+Men%E2%80%B9&rft.au=Martin+Doll&rft.btitle=Mimikry.+Gef%C3%A4hrlicher+Luxus+zwischen+Natur+und+Kultur&rft.date=2008&rft.genre=book&rft.isbn=3931264742&rft.pages=245-258&rft.place=Schliengen" style="display:none"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:The_Yes_Men?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: The Yes Men</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
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<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.brandeins.de/archiv/2014/vertrauen/the-yes-men-mike-bonanno-andy-bichlbaum-die-hochstapler">Die Hochstapler</a>, brandeins, Ausgabe 10/2014</li>
<li>Thomas Willmann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.heise.de/tp/features/Die-Wahrheit-ist-eine-Bedrohung-3433567.html">Die Wahrheit ist eine Bedrohung</a> – Interview mit den Yes Men auf <i>Telepolis</i> vom 9. März 2004</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/465087">Interview mit den Yes Men auf <i>jetzt.de</i></a> 13. Februar 2009</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://gatt.org/trastat_e.html">Statistiken, die von den Yes Men in Sydney präsentiert wurden</a></li>
<li>The Yes Men Fix The World P2P Edition als <a rel="nofollow" class="external text" href="http://vodo.net/theyesmen">Legaler Torrent-Download</a> und als <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=OazUh0Ym8rc">legaler Youtube-stream mit Untertiteln</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://link.springer.com/article/10.1007/s42438-019-00053-y"><i>Fake News in Media Art: Fake News as a Media Art Practice Vs. Fake News in Politics</i></a> (in: Postdigital Science and Education, Springer)</li></ul>
<p><b>Dokumentarfilme über die Yes Men</b>
</p>
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<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.imdb.com/title/tt0415067/"><i>Info wars</i></a> bei <a href="IMDb" title="IMDb">IMDb</a> (2004)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.imdb.com/title/tt1352852/"><i>Die Yes Men regeln die Welt</i></a> bei <a href="IMDb" title="IMDb">IMDb</a> (2009)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.imdb.com/title/tt2531282/"><i>Die Yes Men – Jetzt wird’s persönlich</i></a> bei <a href="IMDb" title="IMDb">IMDb</a> (2014)</li></ul>
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</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Aylin Yavuz: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.textilwirtschaft.de/business/news/guerilla-aktion-stellt-den-sportartikelkonzern-an-den-pranger-gefakte-adidas-aktion-sorgt-in-berlin-fuer-furore-238849"><i>Guerilla-Aktion stellt Sportartikelkonzern an den Pranger: Gefakte Adidas-Aktion sorgt in Berlin für Furore.</i></a> In: <i><a href="Textilwirtschaft.de" class="mw-redirect" title="Textilwirtschaft.de">textilwirtschaft.de</a>.</i> 17. Januar 2023,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 17. Januar 2023</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AThe+Yes+Men&rft.title=Guerilla-Aktion+stellt+Sportartikelkonzern+an+den+Pranger%3A+Gefakte+Adidas-Aktion+sorgt+in+Berlin+f%C3%BCr+Furore&rft.description=Guerilla-Aktion+stellt+Sportartikelkonzern+an+den+Pranger%3A+Gefakte+Adidas-Aktion+sorgt+in+Berlin+f%C3%BCr+Furore&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.textilwirtschaft.de%2Fbusiness%2Fnews%2Fguerilla-aktion-stellt-den-sportartikelkonzern-an-den-pranger-gefakte-adidas-aktion-sorgt-in-berlin-fuer-furore-238849&rft.creator=Aylin+Yavuz&rft.date=2023-01-17"> </span></span>
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